{"id":2458,"date":"2018-04-16T13:44:44","date_gmt":"2018-04-16T11:44:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.milkandhealth.com\/?p=2458"},"modified":"2021-05-17T09:44:22","modified_gmt":"2021-05-17T07:44:22","slug":"fermentierte-milch-und-blutdruck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.milkandhealth.com\/de\/2018\/04\/16\/fermentierte-milch-und-blutdruck\/","title":{"rendered":"Fermentierte Milch und Blutdruck"},"content":{"rendered":"<p>Durch die Fermentierung wird Milch ein anderes Produkt als frische Milch. Schwedische Frauen litten seltener unter Schlaganf\u00e4llen oder erkrankten weniger an Osteoporose, wenn sie regelm\u00e4\u00dfig fermentierte Milchprodukte, wie Joghurt, Schwedenmilch oder der K\u00e4se konsumiert hatten (Michaelsson et al. 2014). Die normale Trinkmilch jedoch f\u00fchrte zu einer Zunahme der Todesf\u00e4lle, mehr Herzkreislauferkrankungen und Osteoporose. Es handelte sich um Versuche mit pasteurisierten Milchprodukten. In einer anderen Studie (Beltran et al., 2018) tranken Testpersonen t\u00e4glich 150 ml fermentierte Milch, die auf Basis des <em>Lactococcus lactis<\/em> (Typ NRRK B-50571) fermentiert wurde. Die Kontrollgruppe bekam hingegen nur mit Milchs\u00e4ure anges\u00e4uerte Milch, ohne Bakterien. Der Versuch wurde als doppelblind Versuch durchgef\u00fchrt, das hei\u00dft sowohl die Testpersonen als die durchf\u00fchrenden Personen wussten nicht wie die Personen eingeteilt waren. Die Teilnehmer hatten am Versuchsanfang einen leicht erh\u00f6hten Blutdruck (134\/ 88). Nach 8 Wochen konnten einige Interessanten Ver\u00e4nderungen festgestellt werden:<\/p>\n<ul>\n<li>der Bluthochdruck nahm in beiden Gruppen ab, jedoch nur signifikant in der <em>Lactococcus lactis<\/em>&#8211; Gruppe.<\/li>\n<li>Nach Ablauf der Versuchsperiode, stieg der Blutdruck wieder an, was darauf schlie\u00dfen l\u00e4sst das diese Produkte regelm\u00e4\u00dfig konsumiert werden sollten um ein Ergebnis zu erziehen.<\/li>\n<li>Nach dem achtw\u00f6chigen Versuch waren sowohl die Cholesterinwerte als die Triglyceridwerte in der Lactococcusgruppe gesunken. Der Unterschied war jedoch nicht signifikant.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Frage bleibt dann nat\u00fcrlich welche Mechanismen diesen Ver\u00e4nderungen zu Grunde liegen. Wahrscheinlich sind es mehrere, die sich untereinander noch verst\u00e4rken. Einige Lactococcusst\u00e4mme produzieren gro\u00dfe Mengen von dem Vitamin K2 und fermentierte Milch hat generell einen hohen Vitamin K2 Gehalt. K2 regulierte die \u201erichtige\u201c Kalziumablagerung im K\u00f6rper, n\u00e4mlich nicht in den Schlagadern, sondern in den Knochen. Umso weniger Kalzium sich in den Blutgef\u00e4\u00dfen ablagern desto geschmeidiger bleiben die Gef\u00e4\u00dfe und der Blutdruck bleibt niedriger.<\/p>\n<p>Gast et al. (2008) publizierte in einer prospektiven Studie mit gesunden Frauen ohne Herzkreislauferkrankungen, dass ein negativer Zusammenhang zwischen dem Einnehmen von Vitamin K2 und dem Entstehen von Herzkreislauferkrankungen (CVD) entstand. Der negative Zusammenhang wird als ein Risiko von 0,91 ausgedr\u00fcckt, was bedeutet, dass bei jeder Zunahme von 10 mg K2\/ Tag in ihrer Nahrung, das Risiko mit 9% sank. Das meiste Vitamin K2 kam in Form von MK7, MK8 und MK9 (MK=Menaquinone) aus Milchprodukten. Dabei ist wichtig, dass man diesen Zusammenhang nicht bei der Einnahme von Vitamin K1 finden konnte (K1 oder Phyloquinone kommt aus pflanzlichen Produkten). Vergleichbare Ergebnisse sind beim Zusammenhang zwischen K2- Einnahme und dem sogenannten \u201emetabolic syndrom\u201c (lies: Obesitas, Diabetes usw.) fest zu stellen. Hier konnte man einen Effekt bei der Abnahme von Bluttriglyceriden sowie eine Abnahme des Bauchumfangs feststellen. Der Bauchumfang wird als ein wichtiger Indikator f\u00fcr die Gefahren des \u201emetabolic syndrom\u201c gesehen. Auch hier wurde kein Zusammenhang mit Vitamin K1 gefunden.<\/p>\n<p>Es entsteht langsam mehr Aufmerksamkeit in die indirekte Wirkung unserer Nahrung (\u00fcber Steuerung der Darmflora) an stelle der direkten Wirkung (N\u00e4hrstoffdenken). Bei verschiedenen Zivilationskrankheiten wird mittlerweile schon von der Achse zwischen Darm und Gehirn oder Darm und Herz gesprochen. Eine gut funktionierende Flora kann Probleme jetzt und sp\u00e4ter verringern. Dabei stellt sich die Frage wie man das Darmmikrobiom beeinflussen kann. Dabei ist es interessant die Gedanken \u00fcber biologische Bodenfruchtbarkeit als Beispiel zu nehmen. In der \u00f6kologischen Landwirtschaft wird h\u00e4ufig davon gesprochen, dass man die Pflanze nicht direkt n\u00e4hren muss (mit wasserl\u00f6slichen D\u00fcnger), sondern indirekt \u00fcber das Bodenleben. Wie das Bodenleben f\u00fcr die Pflanze da ist, funktioniert die Darmflora f\u00fcr Tier und Mensch. Probiotika bedeutet \u201ef\u00fcr das Leben\u201c oder anders gesagt \u201edas Lebende unterst\u00fctzend\u201c. Lactococcen, Bifidobakterien und verschiedenen andere Bakterien spielen dabei eine entscheidende Rolle. Prebiotika sind Inhaltsstoffe, die das Leben stimulieren, es sind Stoffe wodurch das Leben besser gedeiht. Nicht umsonst wird bei der Babypulvermilch viel Aufmerksamkeit in die Oligosachariden (bestimmte Milchzucker) gelegt. Milchzucker bei dem die Darmflora der Babys gut gedeihen kann, kann man deswegen mit dem Stroh im Kuhmist vergleichen.<\/p>\n<p>Es scheint also aufgrund der Ergebnisse von verschiedenen Studien ratsam fermentiere Milchprodukte regelm\u00e4\u00dfig zu konsumieren. Anscheinend braucht unsere Darmflora, so wie das Bodenleben regelm\u00e4\u00dfig einen kleinen Stimulus um ihre Arbeit und Aufgabe auch weiterhin gut machen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><em>Foto: Blauschimmelk\u00e4se enth\u00e4lt viel Vitamin K2<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch die Fermentierung wird Milch ein anderes Produkt als frische Milch. Schwedische Frauen litten seltener unter Schlaganf\u00e4llen oder erkrankten weniger an Osteoporose, wenn sie regelm\u00e4\u00dfig fermentierte Milchprodukte, wie Joghurt, Schwedenmilch oder der K\u00e4se konsumiert hatten (Michaelsson et al. 2014). 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