{"id":6313,"date":"2021-10-12T13:03:03","date_gmt":"2021-10-12T11:03:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.milkandhealth.com\/?p=6313"},"modified":"2021-10-13T16:38:15","modified_gmt":"2021-10-13T14:38:15","slug":"extreme-hochleistungskuehe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.milkandhealth.com\/de\/2021\/10\/12\/extreme-hochleistungskuehe\/","title":{"rendered":"Extreme Hochleistungsk\u00fche"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Take home message<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Vierzig Jahre Ver\u00e4nderungen in der Milchviehzucht, -aufzucht und -haltung haben dazu gef\u00fchrt, dass die Holsteinkuh (hoch, schmal, schlank) enorme Milchleistungen erzielt. Dies ging jedoch zu Lasten der Lebensdauer der Kuh. In L\u00e4ndern mit viel Weidewirtschaft und einem anderen Kuhtyp (klein, runder, fleischiger) ist die Milchleistung pro Kuh zwar weniger gestiegen, aber die Nutzungsdauer der K\u00fche hoch gegangen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Von einer Kuh auf der Wiese zur Kuh im Stall<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ein Tier leistet, h\u00e4ngt sowohl von seiner Natur als auch von der Aufzucht ab, der Abstimmung zwischen Genetik und Umwelt. K\u00fche haben im Laufe der Domestikation ganz anders ausgesehen. Die r\u00f6mischen Ausgrabungen in den Niederlanden zu Beginn der \u00c4ra brachten Kuhskelette zutage, die am Widerrist nicht h\u00f6her als 100-110 cm waren. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Niederlande wegen des Exports ihrer friesisch-holl\u00e4ndischen Stiere eine Weile an der Spitze der Welt. Die K\u00fche waren rund und muskul\u00f6s, und hatten eine Widerristh\u00f6he von 130-140 cm. Sie wurden jedoch von den amerikanischen K\u00fchen \u00fcberholt, wo bereits am Anfang des 20<sup>en<\/sup> JH mit einer Selektion auf \u201egro\u00df\u201c und \u201eviel\u201c angefangen wurde. Die gr\u00f6\u00dften amerikanischen Holsteink\u00fche hatten locker 150 cm Widerristh\u00f6he und waren mager. Sie bestimmen heute noch immer das Aussehen der K\u00fche auf der Welt, denn gro\u00dfe K\u00fche geben einfach die meiste Milch. Die Welt der Milchviehhaltung hat sich allm\u00e4hlich von einer regional an die lokale Umgebung angepassten Kuh zu einer Einheitstier entwickelt, in der die Genetik der Kuh bestimmt, was die Umgebung (Futter, Stall, Pflege) erf\u00fcllen muss.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">In 60 Jahren hat sich viel ver\u00e4ndert<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Futteraufnahme der Milchk\u00fche wird beschr\u00e4nkt durch die K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe und den Inhalt des Pansens, einem der vorderen M\u00e4gen. Durch die Zucht auf schmal und hoch setzt die Kuh ihre gesamte Futterenergie in die Milchproduktion. Hochleistung ging also einher mit der Umstellung der Futtermittel, wobei Gras und Heu ersetzt wurden durch immer mehr Kraftfutter aus Getreide, Soja und Silomais. Durch einen m\u00f6glichst geringen Faseranteil ist es m\u00f6glich, dass eine Kuh pro kg Trockenmasse viel Energie aufnimmt. In den USA z\u00f6gerte man nicht, die Persistenz der Milchleistung durch Injektion eines Wachstumshormons (rBST) zu f\u00f6rdern. Es musste verhindert werden, dass die K\u00fche zu schnell an Mastitis oder Unfruchtbarkeit ausgemerzt wurden. Hier wurden zahlreiche Anpassungen vorgenommen: Der Stall wurde ger\u00e4umiger, Liegebetten aus Sand, Kompost oder Wasserbetten, aber auch Antibiotika-Hilfsmittel (Trockensteller), Impfungen (gegen E.coli) und Futtererg\u00e4nzungsmittel (Vitamine und Mineralstoffe) wurden eingesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach 60 Jahren dieser Zuchtrichtung war es nicht mehr m\u00f6glich, die gro\u00dfe, magere Holsteinkuh weiden zu lassen und Milch allein aus Gras zu produzieren. Gras enth\u00e4lt zu wenig Energie, variiert in der Qualit\u00e4t und ist daher f\u00fcr solche Hochleistungsk\u00fche ungeeignet. <a href=\"https:\/\/www.milkandhealth.com\/de\/2021\/10\/12\/fuer-manche-kuehe-ist-immer-winter\/\" data-type=\"post\" data-id=\"6320\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Sie wurden eingesperrt<\/a>, um t\u00e4glich die gleiche Ration zu bekommen, ohne Futterwechsel und ohne Stress. Ein neuer Stress entstand, n\u00e4mlich Hitzestress. Die Milchproduktion geht Hand in Hand mit der K\u00f6rperw\u00e4rmeproduktion. K\u00fche und ihre St\u00e4lle mussten gek\u00fchlt werden, entweder mit Wasservernebler, durch Ventilation oder durch sofortige Klimatisierung des gesamten Stalls, wie sie in den arabischen L\u00e4ndern stattfindet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Milchleistung f\u00fcr morgen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kanadische Forscher (Dallago et al., 2021) haben eine \u00dcbersichtsstudie zur aktuellen Milchwirtschaft verfasst. Der Titel tr\u00e4gt den verlockenden Ton \u201eMilchk\u00fche l\u00e4nger halten: ein kritischer \u00dcberblick \u00fcber die Langlebigkeit von Milchk\u00fchen in L\u00e4ndern mit Hochleistungsk\u00fchen\u201c. Die Forscher beschreiben, wie zwischen 1960 und 2020 die Milchleistung pro Kuh und die Nutzungsdauer der Milchkuh in verschiedenen L\u00e4ndern sich \u00e4nderten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die \u00dcbersicht zu wahren, haben wir Grafiken basierend auf ihren Daten vereinfacht. K\u00fche werden in drei Herkunftsregionen eingeteilt: aus Nordamerika (USA und Kanada), aus Europa (Frankreich, Deutschland und Italien) und aus L\u00e4ndern, in denen die K\u00fche das ganze Jahr \u00fcber weiden (Irland und Neuseeland). Die Motivation zur Bildung der drei Gruppen ist, dass die USA vor allem z\u00fcchterisch f\u00fchrend (\u201ef\u00fchrend\u201c) waren, da die meisten Holsteink\u00fche weltweit auf eine Handvoll bew\u00e4hrter Bullen aus den USA zur\u00fcckgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Kanada und die USA hatten einen starken Austausch von Genetik. Europa war als n\u00e4chstes dran, als sich die Zucht in den 1970er Jahren auf HF (\u201efolgend\u201c) umstellte. Die anderen beiden L\u00e4nder haben einen anderen Kuhtyp gez\u00fcchtet, der an die Weidewirtschaft (\u201egrass-based\u201c) angepasst ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Basierend auf \u00dcbersichtsdaten pro Land berechneten die Forscher Regressionslinien f\u00fcr Milchleistung und Lebensdauer im Zeitraum 1960-2020. Abbildung 1 zeigt die Entwicklung der Milchproduktion pro Kuh in den drei L\u00e4ndertypen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"781\" src=\"https:\/\/www.milkandhealth.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210729.Milk-production-1961-2018-2-1024x781.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-6137\" srcset=\"https:\/\/www.milkandhealth.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210729.Milk-production-1961-2018-2-1024x781.png 1024w, https:\/\/www.milkandhealth.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210729.Milk-production-1961-2018-2-300x229.png 300w, https:\/\/www.milkandhealth.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210729.Milk-production-1961-2018-2-768x586.png 768w, https:\/\/www.milkandhealth.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210729.Milk-production-1961-2018-2-1536x1171.png 1536w, https:\/\/www.milkandhealth.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210729.Milk-production-1961-2018-2-2048x1562.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><em><br>Abb. 1. Die zugenommene Milchproduktion pro Kuh und Jahr f\u00fcr drei L\u00e4ndertypen von 1960 bis 2020 (abgeleitet aus Daten von Dallago et al., 2021)<\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bemerkenswert ist, dass zu Beginn (um 1960) die Unterschiede zwischen den L\u00e4ndern im Durchschnitt gering sind. Die Linien unterscheiden sich nach 60 Jahren stark, und wenn man sich die aktuelle Zeit anschaut, ergeben sich Unterschiede von etwa 9.500, 7.000 und 5.000 kg pro Kuh pro Laktation. Innerhalb jeder Gruppe gibt es Unterschiede zwischen den L\u00e4ndern, aber diese Daten weisen auf einen Trend hin, der mit ihrer genetischen Rolle zusammenh\u00e4ngt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weltrekordhalter f\u00fcr Milch<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn man in den USA nach den Rekordk\u00fchen sucht, gibt es K\u00fche, die ungef\u00e4hr 35 Tonnen FPCM (das ist die korrigierte Milchmenge gerechnet anhand den Fett- und Proteingehalt), das hei\u00dft, dass sie 35.000 kg Milch in 365 Tagen produzieren, also um die 1.000 kg pro Tag. Die Kuh My-Gold-ET, geboren auf dem Hof Ever-Green-View, war eine extreme Hochleistungskuh, und ihre Embryonen und S\u00f6hne werden in die ganze Welt verkauft. Ihre Nachkommen werden in den n\u00e4chsten 10 Jahren auch unter chinesischen oder arabischen Namen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten bekannt sein. Ende des 19. Jahrhunderts kauften amerikanische Bauern\/ H\u00e4ndler die gr\u00f6\u00dften K\u00fche aus die Niederl\u00e4ndischen Provinzen Nordholland und Friesland, doch jetzt kaufen die wohlhabenden Unternehmen in China und im Nahen Osten die Spitzengenetik auf. Wurden 1880 noch K\u00fche und Bullen lebend verschifft, fliegen wir 2020 Spermien und Embryonen in fl\u00fcssigem Stickstoff um die Welt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"555\" src=\"https:\/\/www.milkandhealth.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Schermafbeelding-2021-07-27-om-05.16.45-e1627561119314-1024x555.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-6117\" srcset=\"https:\/\/www.milkandhealth.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Schermafbeelding-2021-07-27-om-05.16.45-e1627561119314-1024x555.png 1024w, https:\/\/www.milkandhealth.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Schermafbeelding-2021-07-27-om-05.16.45-e1627561119314-300x163.png 300w, https:\/\/www.milkandhealth.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Schermafbeelding-2021-07-27-om-05.16.45-e1627561119314-768x416.png 768w, https:\/\/www.milkandhealth.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Schermafbeelding-2021-07-27-om-05.16.45-e1627561119314-1536x833.png 1536w, https:\/\/www.milkandhealth.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Schermafbeelding-2021-07-27-om-05.16.45-e1627561119314-2048x1111.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><em><br><em>Weltrekordhalter Kilogramm Milch in 365 Tagen<\/em><\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz der geringen Fett- und Proteingehalts der Milch von My-Gold-ET (Fettgehalt 2,6%, Proteingehalt 2,7%) ist die Milchmenge nat\u00fcrlich eine enorme Leistung. Geht man davon aus, dass eine solche Holstein Kuh 900 kg wiegt, dann produziert sie ca. 3.000 kg FPCM pro 100 kg K\u00f6rpergewicht. Dies ist im Vergleich zu anderen K\u00fchen extrem hoch und zeigt in den Augen der Forscher, wo das Potenzial der heutigen Milchproduktion liegt. Die neue Herausforderung f\u00fcr die Nutztierhaltung besteht darin, K\u00fche mit 20.000 kg Milch pro Laktation zu halten (Pulina et al., 2020).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Lebensspanne<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie alt kann eine Milchkuh werden? Neben der maximalen Milchleistung pro Kuh wird in allen L\u00e4ndern oft stolz noch eine andere Zahl pr\u00e4sentiert, n\u00e4mlich die summierte Milchleistung oder Lebensleistung. Die produktive Lebensdauer einer Milchkuh geht schon seit Jahren herunter. Es dauert etwa 24-27 Monate (mehr als 2 Jahre), bis die Kuh selbst Mutter wird. Dies wird die Aufzucht vom Kalb bis zur tr\u00e4chtigen F\u00e4rse genannt. Als F\u00e4rse m\u00fcssen sich die meisten Tiere in der Leistung beweisen. Eine zu geringe Produktion bedeutet Verkauf und Schlacht. Dazu gibt es viele Aspekte, die die Lebensdauer einer Kuh bremsen: Euterentz\u00fcndung oder eine zu hohe Zellzahl der Milch, Unfruchtbarkeit und Klauenprobleme sind seit Jahrzehnten die Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr den Verkauf. Etwa 30 % der K\u00fche in einem Stall werden jedes Jahr ersetzt. Diese Zahl gibt die Erneuerungsrate der K\u00fche an. In etwa 3 Jahren wurden alle K\u00fche in einer Kuhstall ersetzt. Die Forscher untersuchten auch die Ver\u00e4nderungen in der Lebenserwartung von Milchk\u00fchen (Dallago et al., 2021). Dort sieht das Bild etwas anders aus. Auch hier wurde bez\u00fcglich der Milchproduktion die gleiche Berechnung wie oben gemacht (Abb. 2).<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"838\" src=\"https:\/\/www.milkandhealth.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210719.Life-time-1961-2018-2-1024x838.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-6140\" srcset=\"https:\/\/www.milkandhealth.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210719.Life-time-1961-2018-2-1024x838.png 1024w, https:\/\/www.milkandhealth.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210719.Life-time-1961-2018-2-300x246.png 300w, https:\/\/www.milkandhealth.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210719.Life-time-1961-2018-2-768x629.png 768w, https:\/\/www.milkandhealth.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210719.Life-time-1961-2018-2-1536x1258.png 1536w, https:\/\/www.milkandhealth.com\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210719.Life-time-1961-2018-2-2048x1677.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><em>Abb. 2. Entwicklung der Nutzungsdauer von Milchk\u00fchen in den letzten 60 Jahren, 1960 &#8211; 2020. Regressionslinien f\u00fcr drei verschiedene Regionen (abgeleitet aus Daten von Dallago et al., 2021)<\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um 1960 war auch dieses Merkmal zwischen den Gruppen nicht so unterschiedlich. Grob gesagt hielten Milchk\u00fche 3,5 Laktationen durch. Die Ver\u00e4nderungen in Amerika und Europa sind vergleichbar: In 40 Jahren ging durchschnittlich ein produktives Lebensjahr verloren, was in Kanada st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt ist als in den USA selbst. Die beiden \u201eWeidel\u00e4nder\u201c weisen eine durchschnittliche Erg\u00e4nzung der Lebenserwartung mit einem zus\u00e4tzlichen produktiven Lebensjahr auf. Fairerweise ist anzumerken, dass dies insbesondere in Neuseeland der Fall ist, auch in Irland hat sich die Lebensdauer verringert. Im Jahr 2018 befindet sich Irland jedoch auf dem Niveau (ca. 3,5 Jahre), auf dem Amerika und Europa 1960 begannen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die K\u00fche der Zukunft<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Tierhaltung ringt mit dem <a href=\"https:\/\/www.milkandhealth.com\/de\/2021\/10\/12\/kuh-und-klima\/\" data-type=\"post\" data-id=\"6307\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Dilemma zwischen \u201eEffizienz\u201c und \u201eNat\u00fcrlichkeit\u201c.<\/a> Durch die stetigen \u00c4nderungen in F\u00fctterung und Genetik haben wir inzwischen HF-K\u00fche selektiert, die so stark leistungsgepr\u00e4gt sind, dass sie nichts Anderes mehr wollen, als am Fressgitter zu fressen: genetischer Hunger. Diese Kuh w\u00fcrde drau\u00dfen auf der Weide verhungern, und wegen ihrer hohen Milchleistung abnehmen. Zwischen den unterschiedlichen Zielen liegen Welten, die eine getrennte Zucht brauchen. Beim Versuch, Zwischenformen zu erzielen, wie in der niederl\u00e4ndischen Weidewirtschaft, wird oft so viel Energie in Form von Kraftfutter\/ Silomais zugef\u00fcttert, dass die Auswirkung der Weidewirtschaft auf die Milchqualit\u00e4t eher beschr\u00e4nkt ist. Es braucht einen anderen Kuhtyp, sowie in Neuseeland, der f\u00fcr die Weidewirtschaft geeignet ist.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"682\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.milkandhealth.com\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Roosje-in-het-dal-in-ZH-682x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-778\"\/><figcaption><em>R\u00f6schen, 17 Jahre alt, hat ihr Leben als Milchkuh angefangen<\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Literatuur<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><em>Dallago, G. M., Wade, K. M., Cue, R. I., McClure, J. T., Lacroix, R., Pellerin, D., &amp; Vasseur, E. (2021). Keeping Dairy Cows for Longer: A Critical Literature Review on Dairy Cow Longevity in High Milk-Producing Countries. Animals, 11(3), 808.<\/em><\/li><li><em>Pulina, G., Tondo, A., Danieli, P. P., Primi, R., Matteo Crovetto, G., Fantini, A., &#8230; &amp; Atzori, A. S. (2020). How to manage cows yielding 20,000 kg of milk: Technical challenges and environmental implications. Italian Journal of Animal Science, 19(1), 865-879.<\/em><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Foto: Mutter und Tante lecken das neugeborene Kalb (Neu-Seeland)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Take home message Vierzig Jahre Ver\u00e4nderungen in der Milchviehzucht, -aufzucht und -haltung haben dazu gef\u00fchrt, dass die Holsteinkuh (hoch, schmal, schlank) enorme Milchleistungen erzielt. Dies ging jedoch zu Lasten der Lebensdauer der Kuh. 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